tipps
Hilfe, mein Tier wird operiert!
Wenn bei Ihrem Tier eine Operation notwendig ist oder Sie sich zu einer Kastration/Sterilisation entschlossen haben, sind an erster Stelle natürlich wir gefragt. Aber auch Sie können im Vorfeld und bei der Nachsorge einiges dazu beitragen, damit sich Ihr kleiner Freund rasch besser fühlt. Denn eine Narkose ist immer eine Belastung für den Stoffwechsel und auch die Psyche eines Tieres.
Vermeiden Sie um den Operationstermin herum größere Veränderungen des Tagesablaufs (Ausflüge, Veränderungen im Käfig, Umzug, etc.). Planen Sie, wenn möglich, für ein-zwei Tage nach der Operation Urlaub ein oder stellen Sie sicher, dass das Tier unter Aufsicht bleibt. Halten Sie unsere Notfallnummer bereit, damit Sie im Falle von Komplikationen nicht erst suchen müssen. Sprechen Sie mit allen Familienmitgliedern über den Eingriff und erklären Sie vor allem kleineren Kindern, was für das Tier nach dem Eingriff Stress bedeutet. Und bitte informieren Sie uns, falls Ihr Tier in den Tagen vor der OP psychische oder körperliche Auffälligkeiten zeigt (z.B. Diarrhöe, beginnende Läufigkeit, vermehrte Unruhe) - unter Umständen ist es dann sinnvoll, den Termin um ein paar Tage zu verschieben.
Für kleinere Heimtiere gilt: Bis direkt zum Termin und auch gleich danach darf - und muss - Futter und Wasser bereit gestellt werden. Die hohe Stoffwechselleistung erfordert eine ständige Verfügbarkeit von Nahrung. Ersetzen Sie die übliche Einstreu in Käfig oder Transportbox durch eine saugfähige Unterlage, z.B. Küchenpapier. Beachten Sie im Nachhinein, dass die Bewegungen Ihres Tieres noch unkontrolliert sind, und belassen Sie es möglichst den Rest des Tages noch in seiner Box. Aus Käfigen sollten Rampen u.ä. entfernt werden, damit Verletzungen vermieden werden. Die Einstreu sollte noch ein, zwei Tage aus Zeitungs- oder Küchenpapier bestehen, damit die Wundheilung nicht beeinträchtigt wird.
Bei Hund und Katze dagegen muss jegliche Futteraufnahme bis zu 12 Stunden vor dem Eingriff ausgeschlossen werden. Trinken ist (in Maßen) natürlich erlaubt. Bitte gehen Sie kurz vor dem Eintreffen bei uns noch einmal spazieren, damit sich Ihr Tier lösen kann. Sie erleichtern uns den Umgang sehr, wenn Sie Leine und ein Halsband (kein Geschirr) bei uns belassen, bei sehr ängstlichen Tieren tut auch die gewohnte Decke beim Aufwachen Gutes. Katzen bitte in einem fest schließenden Transportkorb abgeben. Anwendungen wie Wurmkuren oder Floh-/Zeckenmittel sollten in den Tagen vor und nach der OP nicht eingeplant werden. Wenn Sie Ihr Tier bei uns abgeben, versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Ihre (verständliche) Nervosität überträgt sich auch auf das Tier! Ebenso nach dem Eingriff ist Ruhe das oberste Gebot. Sie bekommen Ihr Tier in vollkommen wachem Zustand zurück, die Koordination kann zu diesem Zeitpunkt aber noch gestört sein. Vermeiden Sie also Alles, was zum Springen oder Rennen animieren könnte und sorgen Sie insgesamt für ein ruhiges Umfeld in einem möglichst geschlossenen Raum, z.B im Bad. Fressen sollte am Tag der OP nicht mehr gegeben werden, am Folgetag kann dann mit einer kleinen Portion begonnen werden. Seien Sie Spielverderber und gehen in den ersten Tagen nur kurz zum Lösen mit dem Hund hinaus, vermeiden Sie die Teilnahme an Agilitykursen, größeren Touren oder Zusammentreffen mit anderen Hunden. Ganz wichtig: Die medikamentöse Versorgung soll Wundheilung fördern, Infektionen vermeiden und Schmerz reduzieren. Geben Sie deshalb Tabletten täglich zur selben Tageszeit und bis zum Schluss. Haben Sie Geduld, falls Ihr Tier einen Halskragen tragen muss. Viele Hunde sind blitzschnell, wenn die Wunde zu heilen beginnt und dann juckt - ersparen Sie ihm eine erneute Narkose und lassen Sie ihn nicht an der Naht knabbern oder lecken. Kontrollieren Sie die Wundnähte täglich und halten Sie bitte bei jeglicher Veränderung mit uns Rücksprache.
Hundehalter, aufgepasst!
Heute möchten wir auf ein wichtiges Thema für alle Besitzer der beliebten Hütehundrassen aufmerksam machen: Der sog. MDR1-Defekt, der eine Überempfindlichkeit des Tieres gegenüber diversen Medikamentenwirkstoffen, zB Ivermectin©, bezeichnet.
Das körpereigene Protein MDR1 (Multidrug-Resistenz-Transporter) stellt in gesunder Form sozusagen die Schutzbarriere zwischen Blutbahn und Nervengewebe dar, erlaubt in mutierter Form jedoch die Passage angewandter Arzneistoffe ins Gehirn, wo sie zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod des Tieres führen können. Das zusätzlich erschwerte Ausscheiden von Medikamenten über Darm, Leber und Niere und der Anreicherung dieser Stoffe in den Organen erhöht außerdem den Wirkstoffspiegel im Blut und begünstigt deren mögliche Nebenwirkungen.
Nachgewiesen ist die Häufung des Gendefekts vor allem bei britischen Hütehundrassen wie dem Collie und Border-Collie, Shetland Sheepdog, Australian Shepherd, Bobtail, Langhaarwhippet, Silken Windhound und dem Weißen Schäferhund. Um sicher zu gehen, ob und inwieweit der eigene Hund betroffen ist, empfehlen wir unseren Kunden einen entsprechenden Bluttest, der die Krankheit innerhalb weniger Tage nachweist und bereits im Welpenalter durchführbar ist. Für besonders nervöse Hunde besteht auch die Möglichkeit, das Genmaterial statt per Blutabnahme über einen Speicheltest zu gewinnen. Im Fall eines positiven Resultats wird zwischen Träger (nur ein betroffenes Gen) und tatsächlich erkranktem Tier (beide Elterntiere haben das mutierte Gen weitergegeben) unterschieden.
Für die Behandlung der betroffenen Tiere ergibt sich somit eine Reihe von Medikamenten, die auf keinen Fall angewandt werden dürfen, und solchen, die eingeschränkt geeignet sind, also unter Beobachtung und in Kleinstdosierungen gegeben werden können. Besonders schwerwiegend ist die Wirkung von Ivermectin©, das als Wirkstoff z.B. in zahlreichen gängigen Entwurmungsmitteln vorhanden ist und auch im Bereich der Nutztiere und Pferde verwendet wird. Hundehalter sollten deshalb auf Spaziergängen in Feld und Wald die Aufnahme von deren Kot unterbinden, da sich hierin das Ivermectin© hoch konzentriert und über einen langen Zeitraum erhält. Grundsätzlich muss bei einem betroffenen Tier mehr als üblich auf Symptomatiken wie Erbrechen und Durchfall, vermehrtes Speicheln oder auch Verhaltensauffälligkeiten geachtet werden, um im Vergiftungsfall umgehend reagieren zu können. Bitte melden Sie sich dann sofort über unsere Handynummer bei uns!
Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen zum Testverfahren gern an uns.
Unsere Empfehlung: Lassen Sie Ihr Tier chippen!
Jede Woche erhalten wir von der TASSO-Zentrale Deutschland neue Vermisstenmeldungen, mit denen verzweifelte Tierbesitzer nach ihren Lieblingen suchen. Die Chancen auf ein Wiedersehen sind um so geringer, als die meisten dieser Tiere keinen Microchip besitzen, der sie in Sekundenschnelle identifizierbar macht. Dabei ist es doch so einfach: Ein wenige Millimeter kleiner Transponder wird Hund oder Katze unter die Haut inijiziert, die Daten des Besitzers bei einem Haustierregister hinterlegt - fertig! Sollte Ihr Vierbeiner nun herrenlos in einer Polizeidienststelle, einem Tierheim oder einer Tierarztpraxis abgegeben werden, kann man ihn über eben dieses Register Ihnen als Besitzer zuordnen und die Rückgabe organisieren. Und da sich die entsprechenden Organisationen durch Spenden finanzieren, ist dieser Service für Sie sogar kostenlos. Das Einsetzen des Chips ist nahezu schmerzfrei und auch bei Welpen oder Katzenkindern möglich. Die Nummer wird von uns im Impfpass des Tieres notiert und bleibt ihm sein Leben lang erhalten. Ein kleiner Pieks, der so viel mehr Sicherheit gibt!
Wie oft muss ich mein Tier entwurmen?
Das Risiko für Ihr Tier, Würmer oder deren Eier aufzunehmen, ist abhängig u.a. vom Alter, den Haltungs- und Ernährungsbedingungen und kann ganz unterschiedlich hoch sein. Genauso individuell sollten Sie auch Art und Häufigkeit der Gegenmaßnahmen darauf abstimmen. Katzen z.B. mögen oft keine Tabletten (hier gibt es mittlerweile auch Tropfen, die ganz unkompliziert über die Haut wirken), junge Tiere benötigen besonders kleine Mengen, so dass man über eine Paste die genaue Dosierung erreicht, und bei einem großen Hund empfiehlt sich eine kostengünstige Lösung. Und bitte beachten Sie: Auch bei Vögeln in Außen- bzw. Volierenhaltung ist ein Wurmbefall möglich! Wenn Sie unsicher sind, wie oft und womit Sie entwurmen sollten, fragen Sie uns, oder schauen Sie auf unserer Link-Seite nach: Dort finden Sie einen 2-Minuten-Test, der Ihnen Tipps und Hinweise zur Entwurmung speziell Ihres Tieres gibt. Und das passende Medikament bekommen Sie natürlich jederzeit bei uns in der Praxis!
Die richtige Ernährung für Ihr Kaninchen
Wir haben immer häufiger Besuch von Kindern und Jugendlichen, die mit der Haltung ihres kleinen Langohrs überfordert sind. Deshalb möchten wir an dieser Stelle mit ein paar Anregungen zur richtigen Zusammenstellung der Ernährung unsere Tipps für alle Tierhalter beginnen. Allein dadurch lässt sich so mancher Besuch bei uns ganz bestimmt vermeiden..!
Hauptnahrung des Kaninchens sollte Wiesenheu sein, d.h. getrocknetes Gras mit Wiesenblumen und verschiedenen Kräutern. Sie erkennen eine gute Heuqualität an der Farbe (helles Grün und nicht gelb), der ausgeprägten Struktur und einem echten “Heu-Duft”. Feucht gewordenes oder muffig riechendes Heu darf nicht verfüttert werden. Mit dem Heu bieten Sie dem Kaninchen neben den Nährstoffen wichtige Ballaststoffe, die es für eine normale Verdauung unbedingt benötigt. Außerdem dauert die Aufnahme von Heu länger als der Verzehr anderer Nahrungsmittel - so ist das Kaninchen beschäftigt und langweilt sich nicht. Und durch das Kauen von gut strukturiertem Heu wird ganz nebenbei für den notwendigen Abrieb der ständig nachwachsenden Zähne gesorgt. Dafür eignen sich auch kleine Zweige und Äste - am Besten von Obstbäumen oder auch Birke und Buche.
Im Frühjahr und Sommer können Sie das Heu durch frischen Wiesenschnitt mit Löwenzahn, Wegerich, Schafgarbe und Klee ergänzen. An diese Umstellung muss die Verdauung des Kaninchens jedoch über mehrere Wochen gewöhnt werden, indem man schrittweise den Anteil des neuen Futters erhöht. Und, ganz klar: Nicht verzehrtes Frischfutter muss regelmäßig, spätestens nach einem Tag, entsorgt werden.
Das ganze Jahr über können Sie immer wieder für Abwechslung sorgen, indem Sie verschiedene Gemüse (z.B. Karotten, Feldsalat oder Spinat) oder Kräuter (Dill, Basilikum, Majoran, Kresse, Pfefferminze, Schnittlauch, Thymian, Estragon, Bohnenkraut, Kerbel) beimischen. Für Kohl in jeglicher Form gilt wiederum: Mit kleinen Mengen langsam daran gewöhnen. Obst ist immer gut, vor allem wegen des hohen Wassergehaltes; hier bitte Bio- bzw. ungespritzte Ware wählen. Reichen Sie dazu auch eine kleine (!) Menge des im Tierhandel erhältlichen Pressfutters in Pelletform, diese enthalten wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Die üblichen Körnermischungen halten wir wiederum für wenig geeignet, denn Kaninchen suchen sich hier oft nur die schmackhaften Teile heraus und lassen den „gesunden“ Teil liegen.
Sollten Sie bei dem “Endprodukt” Unregelmäßigkeiten oder auch Durchfall beobachten, sollten Sie sich möglichst rasch bei uns einfinden. Verdauungstörungen sind grundsätzlich ein guter Indikator für Mangelerscheinungen und Unverträglichkeiten. Gerade die kleinen Tiere benötigen jedoch aufgrund der hohen Stoffwechselleistung eine ständige und hochwertige Ernährung, deren “Wirkung” Sie so recht einfach im Blick haben. Und falls Sie doch noch Zweifel haben, ob Ihr kleiner Freund das Richtige bekommt, wenden Sie sich gern an uns..!
